Achtsames Reiten

 

Liebe Leserin/ lieber Leser,

 

schön, dass du auf meine Seite gefunden hast. Heute möchte ich meine Gedanken zum Thema 'Reiten' mit dir teilen und dir meine persönlichen Ansichten ein wenig näherbringen. Reiten steht für mich nicht (mehr) im Vordergrund. Früher wollte ich Avalon auf Turnieren reiten und eine tolle Dressurreiterin werden - aber das Leben hatte andere Pläne für mich! :-)

 

Mir war es bis vor wenigen Jahren extrem wichtig, regelmäßig und häufig zu reiten. Ich habe Reitweise um Reitweise probiert, habe mit dem englischen Reiten abgeschlossen und bin letztendlich bei der "bitless art of riding hängengeblieben. Naja, nur hat sich mit der Zeit nicht nur meine Reitweise verändert, sondern auch meine Ansichten und mein Blick auf Avalon. Ich fasse mich hier sehr kurz, unser Weg bis zum heutigen Standpunkt war lang und hatte viele Abzweigungen; akademische Dressur, ecole de légèreté, halbjährige Reitpause, und und und. Was Avalon und mir sehr viel Klarheit gebracht hat, ist die Reitpausen. Ein halbes Jahr haben wir nur vom Boden aus gearbeitet und ich habe mich strikt daran gehalten, nicht zu reiten.

 

Während dieser Pause hat sich meine Beziehung zu Avalon sehr ins Positive verändert. Wir haben andere, gemeinsame Stärken entdeckt und eine für uns ganz neue Art der Kommunikation kennengelernt: eine, die tatsächlich auf Augenhöhe stattfindet. Uns beiden hat die Pause gezeigt, dass Reiten etwas tolles und schönes sein kann, das beide Parteien nicht nur körperlich, sondern auch psychisch bereichert. Ich habe allerdings auch bemerkt, dass dies nur der Fall ist, wenn nicht nur ich das für eine gute Idee halte, sondern auch Avalon Spaß daran hat, mich zu tragen.

 

Achtsames Reiten beinhaltet für mich zwei wichtige, wesentliche Aspekte:

 

1) Den achtsamen Umgang mit dem Pferd: das bedeutet, Rücksicht zu nehmen und die Meinung des Pferdes zu respektieren. Zeigt ein Pferd, auf welche Weise auch immer, dass es gerade keinen Reiter auf seinem Rücken tragen möchte, respektiere ich das. Achtsamkeit bedeutet, Grenzen genauso wie Möglichkeiten zu erkennen und entsprechend zu handeln. Respekt und Wertschätzung sind dabei essentiell für mich.

 

2) Den achtsamen Umgang mit Hilfsmitteln und ein geschultes Auge dafür, was tatsächlich nötig ist und was nicht. Ich trage die Verantwortung dafür, dass es meinem Pferd im Training mit mir gut geht und ich bin es die erkennen muss, wie mein Pferd die Zeit mit mir genießen kann. Ich habe mich durch Nachforschungen und Erfahrung dazu entschieden, alle meine Pferde gebisslos zu arbeiten. Ich habe außerdem erkannt, dass viele vermeintliche Hilfsmittel wie der Sperrriemen bloß kaschieren und durch Schmerz zum Schweigen bringen und lasse diese deshalb ganz bewusst weg.

 

Achtsames Reiten bedeutet für mich es vor allem wertzuschätzen, wenn ich auf dem Rücken eines Pferdes sitze. Reiten kann eine riesige Freude sein, wenn beide Parteien Spaß daran haben. Avalon zum Beispiel liebt es sich zu präsentieren, wenn ich auf ihm reite und genau damit zeigt er mir, dass dieser Weg für uns genau richtig ist. Er lernt immer mehr, sich stolz, selbstbewusst und gesund zu tragen, was mir eben auch sehr wichtig ist. Dadurch, dass ich ihn in so gut wie allen Fällen frei reite oder zumindest damit beginne, entdeckt er sich und seine Bewegungen immer mehr und das fühlt sich einfach toll an.

 

 

Danke für's Lesen und hab einen schönen Tag,

 

 

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